Kirchplatz 

Der Kirchplatz war Facebook, Twitter und Instagram in einem. Der Kirchenwirt das Nachrichtenstudio im Sinne von Zeit im Bild. Männer unter sich. Für die Kinder gab’s Rotes Kracherl. Die zentrale Rolle in der kommunalen Information nahm seit jeher der Kirchplatz ein. Am Ende einer harten Arbeitswoche gab es nach dem Kirchgang die oft einzige Möglichkeit, Neuigkeiten auszutauschen und Gerüchte zu pflegen.

Die Zeitkultur älterer Generationen ist auch heute noch geprägt vom kirchlichen Sonntagsverhalten. Neben dem Besuch der Heiligen Messe stehen hier Ruhe und Erholung an oberster Stelle. Man trägt den feinen Zwirn, am Mittagstisch steht das Bratl.

„Manche Männer haben beim Kirchenwirt auf ’s Heimgehen vergessen. Vor lauter diskutieren. Manchmal haben sie sich dann gar nicht mehr heim getraut und haben im Stadl übernachtet.“, berichtet eine Zeitzeugin.

Der Sonntag, Tag des Herren...

 

 

Kinder aufgepasst!

>> Sonntags ging man in die Kirche. Zuerst zum Beten, dann traf man sich. Davor am Platz. Vor allem die Männer tauschten dort die neuesten Nachrichten und Gerüchte aus.
Das war das Facebook von damals. Nur ohne Frauen, denn die mussten zuhause kochen.

>> Nach einer harten Arbeitswoche war der Sonntag der Tag, wo man Freizeit genießen konnte. Die ganze Familie ging in die Kirche. Für die Kinder gab’s Rotes Kracherl.